Ab sofort gibt es das neue VOLKSBÜHNEN-ABO am Hessischen Staatstheater Wiesbaden.

Vielen Dank an das Hessisches Staatstheater für die Einrichtung dieses Abos, das viele unserer ehemaligen Mitglieder gebucht haben.

 

 

 

 

Liebe Mitglieder der Kulturvereinigung-Volksbühne Wiesbaden e. V.,

mit der Auflösung unserer Vereinigung findet eine traditionsreiche Einrichtung ihr Ende, die über lange Zeit eine eigenständige Rolle im kulturellen Leben unserer Stadt gespielt hat.

Gegründet anfangs des 20. Jahrhunderts im Zuge der seinerzeit stark gewerkschaftlich geprägten Volksbühnenbewegung mit dem Ziel, Theater und künstlerisch wertvolle Kunstpflege allen Bevölkerungskreisen zu erschwinglichen Preisen nahezubringen, erlebte die Volksbühne Wiesbaden in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts eine erste Blütezeit, bis sie nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten von diesen verboten wurde.

Im Jahr 1958 wurde sie von künstlerisch interessierten Wiesbadener Bürgern, vor allem dank der Aktivitäten von Arno Wendt, der als  früheres Volksbühnenmitglied Verfolgungen durch die Nationalsozialisten ausgesetzt gewesen war, wiedergegründet. Schon im ersten Jahr ihres Bestehens konnte die Volksbühne 300 Mitglieder gewinnen; bis zur Generalsanierung des Staatstheaters stieg deren Zahl bis auf 900 an.

1978 kam es vor allem auf Betreiben des damaligen Kulturdezernenten Prof. Dr. Franz Bertram, des Kulturamtsleiters Henry Gerster und des sodann langjährigen 1. Vorsitzenden Richard Hörnicke zu einer Neugründung der Volksbühne mit erweiterten Zielen. Neben der traditionellen Aufgabe der Vermittlung preisgünstiger Eintrittskarten für Vorstellungen des Staatstheaters trat jetzt das Ziel, der Bevölkerung alle Bereiche der Kunst (Musik- und Sprechtheater, Konzert, Dichtung, Malerei, Plastik) durch eigene Veranstaltungen nahezubringen.

Dieser Zielsetzung entsprechend gelang es in der Folgezeit auf der Grundlage der seitens der Stadt Wiesbaden gewährten Fördermittel, die Wiesbadener Kulturszene mit einem weit gefächerten Veranstaltungsangebot zu bereichern. Das war vor allem das Verdienst von Richard Hörnicke, dem es dank seiner fundierten Fachkenntnisse gelang, immer wieder vielfältige künstlerisch hochwertige Programme zusammenzustellen.

In einer beliebten Reihe präsentierte er über 25 Jahre hin „Unvergessene Stimmen“.  In Künstlerportraits und der Reihe „Auf zu neuen Taten“ wurden dem Publikum Künstlerinnen und Künstler des Staatstheaters vorgestellt. Nachwuchskünstlern wurde in der Reihe „Junge Talente“ ein Podium im Foyer des Staatstheaters geboten. Auch die Barockmusik kam in einer Pergolesi-Woche sowie der konzertanten Aufführung von zwei Barockopern zum Zuge, Orchestermusiker stellten in Schulen ihre Instrumente vor, und schließlich fanden die „Musikalischen Weinproben“ mit Künstlern des Staatstheaters im Foyer und die Exkursionen „Wein und Kultur“ regen Zuspruch.


Leider fand dieses erfreuliche Bild im eigentlichen Kernbereich der Theaterabonnements zunehmend weniger Entsprechung. Zwar gelang es dem Vorstand durchweg, die Abonnements den Wünschen der Mitglieder gemäß und damit zu deren Zufriedenheit zusammenzustellen, jedoch verminderte sich desungeachtet die Zahl der Mitglieder immer stärker und ist gegenwärtig bei einem Stand von 130 angelangt. Allen Bemühungen, neue Mitglieder zu gewinnen, blieb der Erfolg versagt.

Die Gründe dafür  mögen vielfältig sein. Zum einen mögen sie in der zumal bei jüngeren Menschen zunehmend zu beobachtenden Scheu vor dem Eingehen von Bindungen liegen, zum anderen aber – und das ist eigentlich erfreulich – gibt es auch von Seiten des Theaters aus immer günstigere und  flexiblere Angebote von  Abonnements, so dass der oder die Einzelne leichter das für ihn oder sie Passende ohne die Vermittlung einer Einrichtung wie der Volksbühne finden kann. Dies zeigt sich jetzt auch in der Bereitschaft des Staatstheaters, eine besondere Abonnementsreihe für die bisherigen Mitglieder der Volksbühne einzurichten, von der Sie, liebe Mitglieder, soweit es dem Vorstand bekannt geworden ist, auch bereits in regem Maß Gebrauch gemacht haben. So bleibt, wenn wir jetzt von unserer guten alten Volksbühne Abschied nehmen, zuletzt doch vielleicht ein versöhnender Blick.

Der Vorstand dankt Ihnen für Ihre langjährige Treue und hofft, Sie möglichst alle, wenn dann auch auf einem anderen „Billett“, im Staatstheater wiederzusehen.

Es grüßt Sie alle zum letzten Mal sehr herzlich Ihr Vobü-Team


Dieter Schmidt                           Hilda Schmidt                              Markus Hörnicke
Vorsitzender                              stellv. Vorsitzende                       Geschäftsführer

 

 

 

Gratis Website erstellt mit Web-Gear

Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der Autor dieser Webseite. Verstoß anzeigen